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Biosphärenreservat Drömling

Juliane Ruttkowski & Sabine Wieter
Bahnhofstraße 32, 39646 Oebisfelde

Herzlich Willkommen im Biosphärenreservat Drömling Sachsen-Anhalt!

Die Geschichte des Drömlings ist eng mit den in und am Drömling wohnenden Menschen verbunden. Sie schufen durch ihre Tätigkeit das sich heute bietende Gesicht dieser Landschaft. Mehr als 200 Jahre stand die bedingungslose Nutzbarmachung der Natur im Vordergrund.

Seit dem 12. September 1990 ist der sachsen-anhaltinische Teil des Drömlings als Naturpark ausgewiesen, eine Aufwertung erfolgte durch die Ausweisung des Biosphärenreservates am 22.06.2019. Die wertvollsten Teile des Naturparks wurden am 30. Juni 2005 als Naturschutzgebiet „Ohre-Drömling“ ausgewiesen. Das Naturschutzgebiet „Ohre-Drömling“ mit einer Größe von 10.340 ha gliedert sich in vier Schutzzonen:Die Eigenart, Vielfalt und Schönheit der Ausprägung von Natur und Landschaft zu erhalten, zu pflegen und zu entwickeln, ist Schutzzweck des Naturschutzgebietes.

Die Entwicklung des Drömlings zu einem UNESCO-Biosphärenreservat stellt eine Chance für die weitere Entwicklung von Natur und Landschaft, gleichwertig aber auch für nachhaltige Nutzungs- und Wirtschaftsformen und die regionale Identität in der Region dar. 

Nach dem Abschluss der Naturschutzgroßprojekte in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen reifte auf der Drömlingskonferenz 2013 der Gedanke, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit einem länder-übergreifenden Biosphärenreservat weiterzuführen und die Region durch eine UNESCO-Anerkennung bekannter zu machen. Auf der Grundlage des gemeinsamen Kabinettsbeschlusses der beiden Landesregierungen vom März 2014 begann ein umfangreicher Diskussionsprozess  mit den Kommunen und ihren politischen Vertretern sowie mit Verbänden, Vereinen und Bürgern. Im Ergebnis wurde im April 2016 das „Eckpunktepapier – Auf dem Weg zum Biosphärenreservat Drömling“ als gemeinsame Willensbekundung der Region erarbeitet. Darin sind die wesentlichen Inhalte und Ziele, die notwendigen Voraussetzungen, Rahmenbedingungen und das beabsichtigte Vorgehen dargestellt und erläutert.

Auf dieser Grundlage erfolgte 2016 die Abfrage der am UNESCO-Biosphärenreservat Drömling beteiligten Kommunen in beiden Bundesländern. Auf der gemeinsamen Informationsveranstaltung im März 2017 in Parsau gaben Umweltministerin Prof. Dr. Dalbert  Sachsen-Anhalt und Umweltminister Stefan Wenzel aus Niedersachsen die Zustimmung aller Kommunen der Öffentlichkeit bekannt. Gleichzeitig bekundeten die Ministerin und der Minister ihre Absicht, einen gemeinsamen Antrag auf UNESCO-Anerkennung zu stellen. Dieser soll 2019 erarbeitet werden, so dass 2020 mit der Anerkennung des Drömlings als UNESCO-Biosphärenreservat gerechnet werden kann.

Das länderübergreifende Biosphärenreservat (BR) Drömling soll eine Größe von 38.500 ha umfassen.  Der Anteil in Sachsen-Anhalt hat eine Größe von 34.000 ha und beinhaltet Gebiete der Einheitsgemeinden Stadt Klötze und Hansestadt Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel und Gebiete der Einheitsgemeinden der Stadt Oebisfelde-Weferlingen und der Stadt Haldensleben sowie der Gemeinde Calvörde in der Verbandsgemeinde Flechtingen im Landkreis Börde. Die Fläche in Niedersachsen beträgt 4.500 ha in den Landkreisen Gifhorn und Helmstedt sowie der Stadt Wolfsburg. Die Gebiete befinden sich im Flecken Brome und in den Gemeinden Parsau, Rühen und Tiddische in der Samtgemeinde Brome, in den Gemeinden Grafhorst und Danndorf in der Samtgemeinde Velpke sowie im Bereich Giebel.

Moordammkulturen bestimmen ganz wesentlich das Landschaftsbild vor allem im nördlichen Drömling. Sie wurden ab 1862 durch den Rittergutsbesitzer Theodor Hermann Rimpau als landwirtschaftliche Nutzungsform für das Niedermoor im Drömling angelegt. Mit Grabenabständen von 25 m und daraus resultierend bis zu 40 km Wasserlauflänge pro km² zählen die in den Moordammkulturen erreichten Gewässernetzdichten zu den höchsten in Europa. Durch die enge Verzahnung der Land- und Wasserlebensräume stellen die Moordammkulturen für den Arten- und Biotopschutz besonders wertvolle Lebensräume dar.

Die historischen Moordammkulturen sind heute vielfach gefährdet. Dies betrifft einerseits die Verlandung und Verbuschung der Moordammgräben, die damit als Gewässer verloren gehen. Und hiermit verbunden auch die Bewirtschaftbarkeit der rund 20 m breiten Moordämme, die an die Be- und Entwässerungsfunktion der Moordammgräben gebunden ist und denen das Zuwachsen droht.

Mit den historischen Moordammkulturen besitzt der Drömling ein „Alleinstellungsmerkmal“ in der weltweiten Kulisse der UNESCO-Biosphärenreservate. Die langfristige Sicherung dieser kleinteiligen Landnutzungsform stellt eine große Herausforderung dar, die nur gemeinsam durch Eigentümer, Landbewirtschafter und Behörden erreicht werden kann.

Die ersten beispielhaften Wiederherstellungsmaßnahmen von Moordammkulturen sind 2017 im Jeggauer Moor und 2018 bei Buchhorst erfolgt.


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